Mit unserem 4-Tages Kitekurs bei Stickl am Gardasee haben wir insgesamt eine ganz gute Wahl getroffen. Mit Kitekenntnissen und Fahrkönnen auf Level 3 des VDWS haben wir uns eine gute Grundlage geschaffen, auf der wir aufbauen können. Dennoch gab es auch den einen oder anderen Punkt, der durchaus verbesserungswürdig ist.
Leistungsumfang
Angesetzt waren 4 Übungseinheiten auf dem Wasser, von denen dann effektiv 2 stattgefunden haben – der Wind hat leider nicht ganz mitgespielt. Eine Wassereinheit bekamen wir durch eine Wakeboard- und Wasserstart-Session ersetzt, und eine Übungseinheit ist leider komplett ausgefallen. Ergänzt wurde das Ganze um Theoriestunden, die durchaus sehr hilfreich sein können, wie wir im Laufe des Kurses festgestellt haben. Das hat nichts mit trockener Materie zu tun, sämtliche Theorielektionen lassen sich auf dem Wasser umsetzen – sehr förderlich für den Lerneffekt!
Was wir allerdings komplett vermisst haben:
-Schulungsraum mit Video und TV für Schulungsvideos
-Wasserdichte Funktechnologie mit im Helm integrierten Headsets
Damit wird auf der Webseite geworben, gesehen haben wir davon jedoch nichts!
Preis
Bezahlt haben wir für den Kitekurs ca. € 380,- (ca.10h auf dem Wasser, ca. 8h Theorie, verteilt auf 4 Tage)
Im Vergleich zu anderen Kursen im europäischen Raum ist dies ein ganz guter Schnitt. Günstiger werden die Kitekurse, je weiter man wegfliegt (z.B. gesehen in Südafrika: € 20 für eine private Stunde)
Kompetenz
Die Kitelehrer haben durchaus einen kompetenten Eindruck gemacht was ihr Können mit Brett und Schirm anbelangt. Die Theorie wurde auch recht gut vermittelt (wenn auch teilweise leider zu einem falschen Zeitpunkt). Was den praktischen Unterricht angeht, haben wir große Unterschiede zwischen den Kitelehrern feststellen können. Da war von „ich schmeiß dich jetzt einfach ins kalte Wasser“ bis zu stundenlangem geduldigem Erklären alles dabei.
Tip: Sollte man mit einem Kitelehrer nicht zurechtkommen unbedingt ansprechen und am besten Kursgruppe wechseln. Es herrscht ein offenes Miteinander, Kritik wird hier ernst genommen!
Lerneffekt
Nach einer grundlegenden Theoriestunde geht es gleich mit dem Kite aufs Wasser. Wir haben diese Methode als sehr effektives Mittel erlebt, mit der man schnell Fortschritte machen kann. Daumen hoch hierfür!
Geschult wurde mit Top Material: Kites von North, Boards von Spleen – alles auf dem neuesten Stand in einem Top-Zustand. Lediglich die Neoprenanzüge und Schwimmwesten haben einen recht mitgenommenen Eindruck gemacht. Besonders für den Neoprenanzug unsere Empfehlung: nehmt euren eigenen mit, sofern vorhanden!
Die Betreuung war anständig: am ersten Kurstag gibt es einen Kennenlern-Abend, organisiert von der Villa Orizzonte, bei dem auch Kursteilnehmer aus den anderen Hotels teilnehmen können. Während des Kurses auch außerhalb der Kurszeiten war fast immer jemand greifbar, der einem bei allen möglichen Fragen bereitwillig Auskunft erteilte. Und zum krönenden Abschluss gab es dann noch einen Abschiedsabend. Hierüber kann ich leider nichts sagen, den hab ich verpasst!
Tip
Zu guter letzt noch zwei Dinge, die ich jedem ans Herz legen möchte der in Betracht zieht bei Stickl einen Kitekurs zu absolvieren:
1. Unbedingt Villa Orizzonte als Unterkunft buchen – sofern man sich auch nur einigermaßen mit dieser Hotelkategorie anfreunden kann. Grund: Oft ist nicht ganz klar, wann der Kitekurs startet, und man bekommt eine Info-Zeit genannt. Zu diesem Zeitpunkt erfährt man dann entweder den Kursstart, oder eine neue Info-Zeit. Das geht zwar auch telefonisch, aber wenn man gleich im richtigen Hotel ist, geht das Ganze auch entspannter! So lassen sich auch kleinere Zeitspannen zwischen Praxis und Theorie ganz gut überbrücken.
2. Wenn die Anreise nicht zu weit ist: auf jeden Fall mit dem Auto kommen! Rund um Malcesine gibt es jede Menge kleiner Ortschaften, die einen Besuch lohnen – Alternativprogramm für windstille Tage. Ohne Auto ist man bei Stickl ein wenig weit ab vom Schuss und unflexibel.

